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Ein wenig mehr über mich ...

Ich war schon mit 14 begeisterte Schreiberin. Aber natürlich habe ich auf die ganzen Menschen gehört, die mir erklärt haben, dass Schreiben kein Beruf ist. Erst sehr viel später habe ich deshalb den Weg von der seriösen Anwältin zur Autorin gewagt. Nun, es fängt halt beides mit "A" an und hat mit Worten zu tun ... Ehemann und zwei Kinder tragen es (meistens) mit Fassung - und ersterer liefert zudem bewundernswerte Unterstützung.

Zum Schreiben selbst - warum schreibe ich eigentlich? Keine Ahnung; erklären kann ich es nicht. Ich weiß nur, ich muß einfach.

Wer noch mehr erfahren möchte, den interessiert vielleicht das nachfolgende

Interview:

C.S.: Dein unerklärlicher innerer Drang zu schreiben, wie du es ausdrückst, den möchte ich doch ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Wenn du Geschichten schreibst, ist es für dich persönliche Befriedigung, ein Ausleben deiner Phantasie, oder verfolgst du eine gewisse Idee, etwas Bestimmtes bei deinem Leser auszulösen?

O.: Schreiben ist einmal eine Lust; Lust, Worte aufzuschreiben; so wie sie auch der Maler kennt, wenn er Farbe auf Leinwand oder was auch immer bringt. Daneben möchte ich natürlich schon gewisse Dinge auch weitergeben. Eindrücke, Gefühle. Meine Erfahrungen. Ein wenig Moral. Mit dem Ziel, Gefühle zu wecken, und Gedanken. Oder sie zu verstärken. Zweifel hervorzurufen, aufmerksam zu machen auf etwas.

C.S.: Du schreibst zu jeder Zeit, unabhängig deiner Stimmung, was sich teilweise auch in deinen Geschichten widerspiegelt. Anscheinend ist dein innerlicher Drang wirklich sehr gross. Bewirkst du durch das Schreiben auch Stimmungsänderungen in dir, ist es für dich auch eine Art 'ein dir gut tun', was andere mit einem Drink oder einem heissen SchaumBad erzielen möchten?

O.: Weder - noch. Schreiben bewirkt keine Stimmungsänderungen bei mir. Nur gibt es dieses ungeheuer befriedigende Gefühl, wenn etwas abgeschlossen ist, das ich gelungen finde. Das ist besser als jeder Orgasmus ;-) Nein, wirklich - es ist mit nichts sonst zu vergleichen. Und ich nutze Schreiben nicht wie ein entspannendes Bad. Es ist nichts so zweckbestimmtes, oberflächliches. Es ist eine Aufgabe, es ist Arbeit, es ist Disziplin, es ist wie Atmen. Es ist Leben.

C.S.: Aufgefallen bei deinen Geschichten ist mir, dass die Schwerpunkte durchwiegend in der Beziehung und bei der Arbeit liegen. Sind diese beiden Lebensbereiche für dich selbst die wichtigsten?

O.: Ja und nein. Nicht unbedingt, aber oft doch. In diesen beiden Bereichen kommt es bei wachen, sensiblen Menschen jedenfalls am häufigsten zu Konflikten, und Lösungsansätze sind sehr wichtig. Deshalb setze ich dort an.

C.S.: SM übersetzt du wiederholt mit Sinnlicher Magie. Könntest du uns erklären, ob du dich von der Uebersetzung Sadomasochismus distanzierst? Wenn ja, weshalb?

O.: Der Begriff der Sinnlichen Magie stammt von Pat (jetzt Patrick) Califia. Ich habe ihn übernommen, weil er so treffend ist. SM hat sehr viel mit Magie zu tun, mit etwas, das man nicht vollständig erklären kann. Vom Begriff Sadomasochismus distanziere ich mich nicht; aber er ist mir zu kalt, zu technisch, zu nichtssagend, um ihn häufig zu verwenden.

C.S.: Deine Haupt-Figuren sind auffallend romantisch veranlagt, die Annäherung an das Thema SM wird jeweils mit viel Einfühlungsvermögen und Respekt >dem Anderen gegenüber dargestellt. Bist du selbst ein romantischer Typ?

O.: Ja - sehr!!!

C.S.: Du führst ein Internet-Portal zusammen mit deinem Mann. Wie kamst du dazu, wielange machst du das, was ist deine Motivation dafür? Bist du eine Idealistin?

O.: Letzte Frage: Ja. Immer noch. Aber eine Idealistin, die realistischer geworden ist im Laufe der Zeit. Bevor wir unser eigenes Portal ins Netz gestellt haben, habe ich bei einem großen Provider ein Portal zum Thema SM betrieben, in dem das Thema als ganz selbstverständlicher, normaler Teil des Lebens behandelt wird - als ein Portal unter vielen im Bereich Gesellschaft und Soziales. Genau dort sehe ich SM nämlich auch; nicht auf Spezialseiten. Deshalb habe ich die Arbeit weit über ein Jahr gemacht. Irgendwann habe ich allerdings festgestellt, dass man immer dann, wenn man unter dem "Schirm" einer anderen Firma steht, gewisse Abstriche in den eigenen Vorstellungen und Plänen hinnehmen muss. Deshalb musste etwas eigenes her. Hier gibt es nahezu täglich etwas Neues. So, wie wir beide das für richtig halten. Unser Motto dabei ist: Wir informieren, provozieren, karikieren - und das sagt eigentlich schon alles ...

C.S.: Gibt es noch andere Internet-Sites oder Zeitschriften, wo du deinen Idealismus auslebst?

O.: Es gab einige; aber da man im Leben leider ab und zu auch Geld verdienen muss, habe ich diese ganzen Tätigkeiten momentan etwas eingeschränkt. Auch, um mir meine Kraft für das eigentliche tägliche Schreiben (jeden Morgen von morgens früh um 4.oo bis 8.oo etwa - auch am Wochenende ;-)) zu erhalten.

C.S.: Was ist dein grösster Traum?

O.: Liebe. Liebe - und eine Kraft, die über das alltägliche hinausgeht.

C.S.: Vielen Dank für das Interview, Irena :)

O.: Der Dank gehört ganz auf meine Seite! Einen Kuss für Dich für die wunderschönen Fragen.

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