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Leseprobe: Schimmernde Momente II SM Sex und Sadomaso Fetisch

1.

Langsam ging es mir wirklich auf die Nerven.

Ich hatte nichts gegen Monika, ganz im Gegenteil - ich mag sie. Sehr sogar. Und ich verstand auch gut, daß sie nach der Trennung von ihrem Mann erst einmal eine Weile bei uns bleiben wollte. Aber daß sie noch immer hier wohnte, das paßte mir nicht.
Sechs, fast sieben Wochen war es her, daß sie irgendwann mitten in der Nacht mit Sack und Pack bei uns auftauchte. Es war jetzt Ende April, der Mai mit seinen Frühlingsgefühlen stand vor der Tür - und ich brauchte Andreas nur anzusehen, um es in mir drinnen jederzeit Mai werden zu lassen. Statt diesen inneren Mai allerdings genießen zu können, mußte ich mich einfach nur beherrschen.

Monika weiß zwar um unsere speziellen Neigungen - sie war es schließlich auch, die uns in gewisser Weise zusammengebracht hat -; dennoch konnten wir sie natürlich in ihrer Gegenwart nicht ausleben. Und das machte mich verrückt.

Andreas war sehr lieb und verständnisvoll. Er versuchte, mich mit seinen Händen, seinen Lippen, seiner Zunge wenigstens einigermaßen zufriedenzustellen, und wir hatten auch wunderschönen Blümchensex. Aber das reichte mir nicht; ich war ganz kribbelig, wollte endlich wieder einmal sehen, wie sein Gesicht sich vor Schmerz und Lust verzerrt, wollte hören, wie er beides laut hinausschrie. Sehnte mich danach, wie er sich stöhnend für jeden Peitschenschlag bedankt. Sehnte mich danach, ihn im Arm zu halten, nachher, wenn er völlig erschöpft ist und schweißnaß.

Ich hätte die Wände hochgehen können, daß ich das nicht haben konnte!

Andreas ging es nicht anders.

Er fühlte er sich ohnehin nicht besonders gut. Es gab viel Ärger mit seinen Klienten. Im Management schien der bevorstehende Wonnemonat überall zu Frühlingsgefühlen ganz anderer Art zu führen - die nach dem Winterschlaf wiedererwachenden Kräften wurden eingesetzt, um die eigene Position zu sichern, die des anderen zu untergraben, und so war er beinahe täglich in einer anderen Firma, um irgendwelche Krisen zu meistern. In der Regel gelang es ihm, aber gerade hatte eine recht große Gesellschaft den Beratungsvertrag mit ihm gekündigt. In einer akuten Krise waren sie mit seinem Lösungsvorschlag nicht einverstanden, und die von ihnen selbst bevorzugte Lösung hatte Andreas als unseriös abgelehnt. Einzelheiten hat er nicht erzählt, aber es muß einiges geplant gewesen sein, das sich wenigstens am Rande der Legalität bewegt. Nachdem er darauf auch recht deutlich hingewiesen hatte - und ich kann mir seinen ernsten, unerbittlichen Gesichtsausdruck dabei so gut vorstellen! -, hat man sich im Krach getrennt. Ursprünglich drohte man ihm auch noch mit beträchtlichen Schadensersatzforderungen; aber davor, dies in die Tat umzusetzen, war man nun anscheinend doch zurückgeschreckt.

Jedenfalls, auch Andreas brauchte es dringend, dringend, dringend, sich einmal ohne jeden Gedanken an diese ganzen Sorgen fallenlassen zu können und aufgefangen zu werden.
Und eines Abends reichte es mir nun definitiv mit der ganzen Zurückhaltung.

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