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Leseprobe: Der "Graue"(Arbeitstitel)

Er riss mich herum, unsanft, beinahe schmerzhaft. "Ein Schal fehlt noch," kommentierte er, musterte dabei meine Kehle, als sei ich ein zum Kauf angebotenes lebloses Produkt. "Auch im Schrank," murmelte ich, etwas überrascht durch den schnellen Umschwung, aber er hatte meine bunte Sammlung bereits gesehen und zerrte mit einer Hand daran, während die andere meine Schulter gepackt hielt, mich dann ein paar Schritte weiter schob, bis kurz vor den Eingang zum Bad. Ein paar Rohre verunzierten dort die Wand; zwar weiß gestrichen wie der Rest, aber deshalb auch nicht schöner.

Noch bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte er meine Hände genommen, einen Schal einige Male in Achterform darum geschlungen und festgeknotet. "Au, was soll das?" fauchte ich, denn es tat sofort weh. "Ich möchte nur, dass du die nächsten Minuten brav bleibt, wie sich das für ein anständiges Mädchen gehört. Und ich glaube kaum, dass dir das gelingt, während deine Hände frei sind." Was waren denn das für abgefuckte Sprüche? Spielte der Typ sich jetzt als mein Vater auf? Selbst dem hatte ich nie erlaubt, mir in mein Sexleben hineinzureden.

Meine Kraft war nichts gegen seine; zumal mit den gebundenen Händen. In Nullkommanichts stand ich mit dem Rücken zur Wand, die Arme in Richtung Schulter gelegt und hinten an den Rohren fixiert. Sofort drehte ich mich; die einzige Bewegung, die mir blieb. "Du sollst mich ansehen," herrschte er. Ich schnaubte nur. Seine Finger griffen nach meinen Haaren, brachten mich damit zurück zur Ausgangsposition. Tränen der Wut traten in meine Augen. "Sieh hin," sagte er, weicher.

Es besänftigte mich nicht. Ein Reißverschluss surrte. Das Arschloch war tatsächlich dabei, sich die Hose auszuziehen. Ich lachte bitter. "Glaubst du, der Anblick von deinem Schwanz allein bringt mich so um den Verstand, dass ich mich nicht beherrschen kann? Du kannst mich ruhig losbinden."

"Damit du mir eine scheuern kannst? Ich denke nicht daran. Du wirst mir jetzt eine Weile zusehen. Später binde ich dich auch los."

Ich war kurz davor, empört um Hilfe zu schreien; der hatte tatsächlich vor, sich einen runterzuholen, während ich absolut undekorativ und hilflos an diesen ekligen Rohren klebte, von denen ich nicht einmal wusste, wozu sie gut waren.

Er lehnte sich gegen eine Ecke des Kleiderschranks, nahm die Beine ein wenig auseinander, begann ganz gemütlich, langsam. Auf und ab, auf und ab. Wider Willen musste ich hinsehen. Steif war er bereits. Er befeuchtete einen Finger, fuhr damit auf der Eichel hin und her. Seine Hüften bewegten sich unwillkürlich, und ein erster heftiger Atemzug informierte mich darüber, wie es in ihm drinnen aussah. Er umschloss seine Eier mit beiden Händen, kehrte dann zurück, wurde schneller. Sein Kopf fiel zurück, sein Unterleib zuckte, er stöhnte.

Und mir wurde ganz feucht und heiß. Es tat weh, das schwere, dumpfe Ziehen; ich wollte ihn spüren, wollte mich an ihm reiben, wollte, dass er sich an mir rieb. Ich wollte ihn berühren, mich berühren, und konnte es nicht, wegen der Fessel. Die sich längst weiter zugezogen hatte, einschnitt, aber das war mir egal. Ich war wild, wild auf ihn, wild auf die Lust, wild auf die Erlösung. Ein winziger kleiner Laut verriet mich.

Seine Augen blitzten auf, triumphierend. Er trat einen Schritt vor, ließ sich auf die Knie fallen, griff meinen Hintern, fest, stark, und suchte mit der Zunge die heiße, schmerzende Stelle. Ich gab sofort nach, kam schnell, schreiend, jammernd. Noch während ich nach Luft rang stand er auf, packte mich erneut, spreizte meine Beine noch weiter, drang in mich ein, und gab auch seiner Erregung nach, rücksichtslos, hart, hart, so hart, dass mir die Tränen kamen, und doch wollte ich mehr, mehr, war enttäuscht, wie rasch sein Schwanz zuckte, sich in mich ergoss.

Gleich nachher, als er mich befreit hatte, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken. Wie hatte das passieren können, dass schlichte, dumme, geistlose, ja, eigentlich sogar gefühllose Geilheit mich überwältigt hatte?

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