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Leseprobe: Coming out (Arbeitstitel)

Heute habe ich etwas erlebt, das mich zutiefst aufgewühlt hat. Uwe, mein neuer Kollege, hat mich in einen Pornofilm geschleift. Zuerst wollte ich nicht; wäre lieber gleich nach Hause gegangen zu Clara. Aber dann hätte er wer weiß was von mir gedacht, und das wollte ich nicht – also bin ich mit.

Es ging um eine sadomasochistische Beziehung. Bzw. mehrere. Ein Meister, der sich nacheinander drei Frauen zu Sklavinnen abrichtet. Mit einem amüsierten Lächeln bin ich rein in den Saal. Fünf Minuten in den Hauptfilm ist mir beinahe die Hose geplatzt. Längst vergessene Erinnerungen kamen wieder hoch, an Indianerspiele als Teenager. Wie erregend ich es fand, die Mädchen zu fesseln, durchzukitzeln und mit Kneifen und Kratzen ein wenig zu quälen. Sie spielerisch auszupeitschen mit selbstgeschnittenen Ruten. Eine, Petra, mit der war es besonders schön. Mit ihr habe ich diese Spielchen fortgesetzt, bis wir fast achtzehn waren. Wir beiden ganz alleine. Nachher ist sie mir immer an die Hose gegangen. Sie hat es wohl voll mitbekommen, was diese Dinge in mir ausgelöst haben. Einmal ist es mir dabei innerhalb von Sekunden gekommen. Ich habe mich nicht einmal geschämt. Ihr nur befohlen, mir die Hose auszuziehen und mich sauberzulecken. Sie hat es getan, und dabei kam es mir gleich nochmal.

Das alles war auf einmal wieder so stark da, als ob es nicht schon viele Jahre her wäre. Und dazu oben auf der Leinwand der Typ in schwarzem Leder, der seine drei Mädels rumgescheucht hat. Sie ans Andreaskreut gefesselt und ausgepeitscht, bis sie nur noch geschrien haben vor Schmerz. Sie mit Klemmen und Gewichten behängt. Und ihnen immer wieder befohlen, ihn zu befriedigen. Und sie haben es getan, diesen unwiderstehlichen Ausdruck vollständiger Verzückung in den Augen. Manchmal haben sie alle drei an ihm herumgemacht.

Rings um uns herum habe ich immer wieder leises Stöhnen gehört. Und der schräg vor mir, das konnte ich sehen, der hat sich ganz offen die Hand in den Schritt gelegt und so lange gerieben, bis er einen Höhepunkt hatte. Ich bestand nur noch aus Zucken und Kribbeln. Am liebsten hätte ich mich angefaßt, mir auch sofort einen runtergeholt. Aber das ging ja nicht; nicht in Gegenwart von Uwe. Also habe ich nur die Beine rhythmisch zusammengepreßt und gelockert. Das hat es dann noch schlimmer gemacht.

Gegen Ende des Films konnte ich kaum mehr.

we wollte noch etwas trinken gehen. Mühsam habe ich versucht, so zu tun, als hätte mich das alles nicht berührt. Ob er es mir geglaubt hat, weiß ich bis heute nicht. Kaum saßen wir in der Kneipe ein paar Häuser weiter, bin ich aufs Klo gestürzt. Hose runter, und angefangen zu wichsen. In weniger als einer Minute war's vorbei.

Etwas besser ging's mir dann, aber das hat nicht gehalten. Schon auf dem Heimweg war ich wieder geil wie seit Jahren nicht mehr.

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